Sensoren für Bienenstöcke

clabremo entwickelt Sensoren und eine Internet-Plattform für Bienenstöcke. Damit soll Bienenhaltung minimalintensiv werden. Bienenhalter erfahren mehr über ihre Bienen.

Vorteil

Sensorgestützt imkern heißt, bienengerecht imkern!

Warum ist das so? Natürlich möchten Sie über Ihre Bienen Bescheid wissen. Bloß – es geht den Bienen besser, je weniger oft Sie die Beute öffnen. Damit Sie über den Zustand Ihrer Bienen Bescheid wissen ohne in die Beute schauen zu müssen, gibt es (bald) die Sensoren für die Bienenstock.

Wirtschaftsinformatikerin Alexandra Hausmann mit einem Temperatursensor und Mini Plus Wabe

Abb. 1. Masterstudentin Alexandra Hausmann mit einem Prototypen für Mini-Plus. Alexandra hat ihre Masterarbeit in Wirtschaftsinformatik über Digitalisierung in der Landwirtschaft geschrieben.

Funktionsweise

Kern ist die Messung und Bewertung des vertikalen Temperaturprofils in der Beute. Hierüber lässt sich Einiges ablesen. So ist es im Winter 2019 / 2020 gelungen, das Ende des Futtervorrats mit der einfachen Temperaturmessung vorherzusagen (Brell 2020).

Sensoren in Entwicklung

Abb. 2: Einbau der Temperaturlanze

Messelektronik für Binenstöcke

Abb. 3: Prototyp der Messelektronik. Das Gehäuse wird einfach außen an die Beute geklipst.

Testsystem. Mini Plus zweizargig mit drei vertikal angeordneten Temperatursensoren.

Abb. 4: Ein Testsystem. Mini Plus hat sich für Untersuchungen des Temperaturverhaltens im Bienenstock als ideales Beutensystem erwiesen.

In der Kombination mit anderen Datenquellen sind dann ganz neue Auswertungen möglich. Es ist gelungen, eine künstliche-Intelligenz-Kamera zu entwickeln, die automatisch Bienen mit und ohne Pollenhöschen zählt (Maus 2019). In einer Abschlussarbeit prüfen wir gerade, wie man mit Klangaufnahmen und künstlicher Intelligenz herausbekommen kann, ob die Bienen zufrieden sind (Smolinski 2020). Der Verschnitt dieser Daten mit den Temperaturprofilen wird ganz neue Erkenntniswege eröffnen.

Damit kann auch ein Mensch mit wenig Zeit in die Bienenhaltung einsteigen – Der Blick in die Beute gelingt mit dem Smartphone.

Verfügbarkeit

Es sind noch ein paar Tests erforderlich, auch stehen noch nicht alle Lieferanten fest. Der Beginn des Vertriebs ist für Herbst 2020 geplant. Klassisch wird man die Sensoren und den Zugang zur Sensor-Plattform im Internet kaufen können. Ebenso ist ein attraktives Mietmodell angedacht. So können Bienenhalter zu geringen Kosten einsteigen und das Produkt erst einmal testen.

Quellen

Brell, Claus (2020) Genug Futter im Stock? – Temperaturmessung zeigt`s an. In: bienen&natur 03.2019, München. S. 36-37.

Hausmann, Alexandra (2020) Digitalisierung in der Landwirtschaft – Wie kleinere Betriebe die Zukunft von Landwirtschaft 4.0 sehen. Masterthesis an der Hochschule Niederrhein, nicht veröffentlicht.

Maus, Dennis (2019) beePi – KI-basierte Zählung von beweglichen Objekten mit Linux-Klein- rechnern am Beispiel von Bienen auf dem Rasberry Pi. Masterforschungsprojekt an der Hochschule Niederrehin, unveröffentlicht

Smolinski, André (2020) Predictive Maintenance mit Soundanalysen und Deep Learning -Prototypische Realisierung eines Bewertungssystems am Beispiel von Honigbienen. Bachelorthesis an der Hochschule Niederrhein, in Arbeit

Temperaturkurven live cbrell.de/biene40

Video „Temperatursensoren im Bienenstock Einbau“ https://youtu.be/jBRVC4yO4_8

Vortrag „Leichter Imkern mit Digitalisierung – Transdisziplinäre Forschung für Mensch&Bien“  Folien auf Sliedshare